


„Selbst am frühen Morgen war es heiß, wenn man ins Tal hinunter kam. Die Sonne schmolz den Schnee auf unseren Skiern, die wir trugen, und trocknete das Holz. Es war Frühling im Tal, aber die Sonne war sehr heiß. Wir gingen die Straße entlang nach Galtür hinein und trugen unsere Skier und Rucksäcke. Als wir am Kirchhof vorbeikamen, war gerade eine Beerdigung zu Ende …“
So beginnt Hemingways Kurzgeschichte „Ein Gebirgsidyll“ (1925), die Galtür und dem Paznaun einen Platz in der Weltliteratur gab. Der große amerikanische Romancier verarbeitet darin den in Galtür verbreiteten Mythos von den Verstorbenen, die im Winter unbeerdigt bleiben. Erst im Frühling – so die Überlieferung – wurden sie dereinst übers Joch getragen und beerdigt.
Hemingways Aufenthalt in der Silvretta ist mittlerweile ein Sinnbild für den exklusiven Ruf, den die Gebirgsformation seit Jahrzehnten in alpinistischen Kreisen genießt. Der Literatur-Nobelpreisträger, Abenteurer und Frauenheld adelte das Tourengebiet nicht zuletzt mit seinem Werk als eine der großen Bergsteiger- und Skitourenregionen der Alpen.